Gemeinde

Das Wappen

"In goldenem Schild pfahlweise zwei gestürzte auswärts gekehrte blaue Reithauen,

von einer roten Akelei mit zwei Blättern und zwei Blüten unterlegt."

 

Da außer Stenzengreith selbst auch die damit verbundene Katastralgemeinde Plenzengreith einen Rodungsnamen trägt, lag die Aufnahme von zwei Reithauen als beherrschende Wappenfigur nahe. Sie machen das Wappen gleichsam zu einem so genannten redenden Wappen, weil sie auf den Namen des Trägers hinweisen.

 

Da beide Ortsnamen mit alten, nicht mehr erklärbaren Personennamen gebildet wurden und damit zu den ältesten Rodungen an den Abhängen des Schöckls zählen, war der Aufgriff der Werkzeuge mehr als angezeigt, denn sie künden von der harten Kultivierung des Bodens.

 

Wie Stenzengreith und Plenzengreith, wenn auch später begründet als das zur Gemeinde gehörende Stockheim, trägt auch dieses einen alten Personennamen als Bestimmungswort. Mit Kickenheim und Scheikenheim ist es den frühesten bairischen Siedlungen des Gebietes einzureihen.

Das Wappen - Gemeinde Stenzengreith

 

Drei Ortschaften verlangen wohl auch drei Wappenfiguren. Dabei drückt die Dreizahl als heilige Zahl Vater, Mutter und Kind aus und wird somit Sinnbild für die Gemeinschaft einer Gemeinde, weil die Familie die Grundlage jeden Gemeinwesens bildet. Während die zwei Reithauen gestürzt ins Wappen aufgenommen sind, um so die Jahrhunderte lang zurückliegende schwere Rodungsarbeit anzuzeigen, steht zwischen ihnen die Akelei aufrecht, weil sie heute noch in den Wäldern der Gemeinde wächst. In der germanischen Religion galt die bisher in keinem Wappen aufscheinende Akelei als Blume der Göttin Frija.

 

Akelei

(Akelei)

 

Hildegard von Bingen schrieb ihr im 12. Jahrhundert heilende Wirkung zu. Bald in Gärten in zahlreichen Arten gezüchtet, wurde die Akelei zur Blume des Paradiesgärtleins; sie wurde der Gottesmutter Maria geweiht und in christlichem Verständnis Sinnzeichen der Fruchtbarkeit und Erlösung, wie es Bilder seit der Mitte des 15. Jahrhunderts zeigen.

 

Die Bürger von Stenzengreith entschieden sich für die rote Akelei auf goldenem Grund mit dem Werkzeug in Blau, weil die Schaffung einer Kulturlandschaft durch der Hände Arbeit noch in Erinnerung fortlebt. In den prunkvollsten heraldischen Farben verbindet sich des Menschen Werk mit der geschonten Natur einer heilen Welt, in der, einem Paradies gleich, die Akelei blüht.